Zum 60. Todestag von Leelamma Nadamala: Eine Spurensuche zwischen Kerala und Deutschland // On the 60th Anniversary of Leelamma Nadamalas Death: Tracing a Life Between Kerala and Germany

 

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Vor 60 Jahren, in der Nacht vom 26.06.1966, starb Leelamma Nadamala in einem Krankenhaus im Schwarzwald. Sie war eine der zentralen Pioniermigrantinnen aus Kerala, die bereits 1963 nach Westdeutschland gekommen war.

Ihre Geschichte blieb bis zuletzt verborgen. In den Akten blieb Leelamma nahezu unsichtbar. Ganz anders in meinen Interviews: Dort wurde sie von den Zeitzeuginnen stets mit einem Leuchten in den Augen erwähnt. Für viele der indischen Migrantinnen, die nach ihr kamen, war Leelamma ein Vorbild und eine Inspiration. Aus den vielen Gesprächen setzte sich nach und nach das Bild einer beeindruckenden Frau zusammen – einer mutigen Frau, die sich über gesellschaftliche Vorstellungen hinaus bewegte, getragen von Hoffnung für ein besseres Leben - nicht nur für sich selbst, sondern für ganze zukünftige Generationen. Zugleich ist ihre Geschichte eine von ungelebten Träumen und einem tragischen, schmerzhaften Tod in Isolation. Es stellte sich heraus, dass Leelamma, trotz ihrer Unsichtbarkeit,  eine der wichtigsten Personen war, die den Beginn der indisch-deutschen Fachkräftemigration in den 1960er Jahren mit-initiierte.

Im vergangenen Jahr durfte ich meine Forschung in Stettfeld vorstellen – jenem Ort, an dem Leelamma 1966 begraben wurde. Das anschließende Zusammentreffen von Zeitzeuginnen und der damaligen Partnerfamilien der Frauen war berührend und wurde auch von der Presse aufgenommen.

Leelammas Geschichte hat mich tief bewegt. Deshalb habe ich ihr mein Buch Fachkräftemigration, Pflegenotstand, Nächstenliebe gewidmet (S.VI)

Während Leelamma in Deutschland nahezu in Vergessenheit geraten war, suchten ihre Nachfahren in Kerala nach Antworten. Die informellen Migrationspraktiken der 1960er Jahre hatten dort kaum verwertbare Informationen über ihr Schicksal hinterlassen.

Umso bewegender war, dass die Familie die Widmung in der deutschsprachigen Ausgabe des Buches entdeckte und daraufhin Kontakt  aufnahm. So konnte Leelammas 60. Todestag erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sowohl in Deutschland als auch in Indien gemeinsam erinnert werden.  



Daniel Teixeira hat die Veranstaltung zu Leelamma Nadamala in Stettfeld im Jahr 2025 in einem wunderbaren Kurzfilm festgehalten:


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ENG


Sixty years ago, on the night of 26 June 1966, Leelamma Nadamala died at a Hospital in the Black Forest. She was one of the key pioneer migrants from Kerala who had come to West Germany as early as 1963.


Her story remained hidden until the very end. In the archival records, Leelamma remained almost invisible. In my interviews, however, she appeared quite differently: the contemporary witnesses always spoke of her with a sparkle in their eyes. For many of the Indian women migrants who followed her, Leelamma was a role model and an inspiration. Gradually, through these many conversations, the image of an impressive woman emerged – a courageous woman who went beyond societal expectations, sustained by the hope of a better life, not only for herself but for entire future generations. At the same time, her story is one of unrealised dreams and of a tragic, painful death in isolation. It became clear that, despite her invisibility, Leelamma was one of the most important figures in initiating the beginnings of Indo-German skilled labour migration in the 1960s.

Last year, I had the opportunity to present my research in Stettfeld – the place where Leelamma was buried in 1966. The subsequent encounter between contemporary witnesses and members of the women’s former host families was deeply moving and also received press coverage.

Leelamma’s story moved me profoundly. For this reason, I dedicated my book Fachkräftemigration, Pflegenotstand, Nächstenliebe to her (p. VI)


While Leelamma had been almost forgotten in Germany, her descendants in Kerala were searching for answers. The informal migration practices of the 1960s had left behind hardly any usable information there about her fate.

It was all the more moving that her family discovered the dedication in the German-language edition of the book and subsequently got in touch. In this way, Leelamma’s 60th anniversary of death could be commemorated jointly in Germany and India for the first time in more than half a century.



Daniel Teixeira captured the event dedicated to Leelamma Nadamala in Stettfeld in 2025 in a wonderful short film:


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